BR: Barbara und Claudia Stamm: Kann man Politik einfach loslassen?

BR: Barbara und Claudia Stamm: Kann man Politik einfach loslassen?

„Der Bayerische Landtag war lange Jahre der Stamm-Sitz von zwei Politikerinnen, Mutter und Tochter:

„Ich sage immer, ich habe die Politik mit der Muttermilch eingeflößt bekommen, also auch wirklich aktive Politik. Dieser Rausflug aus dem Landtag war vorhersehbar und deswegen war diese Zäsur nicht schmerzhaft oder schlimm für mich.“ Claudia Stamm“

Veröffentlicht am 17.01.19
Quelle: BR

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100 Jahre Frauenwahlrecht

„…Dass wir deutschen Frauen dieser Regierung nicht etwa in dem althergebrachten Sinne Dank schuldig sind. Was diese Regierung getan hat, das war eine Selbstverständlichkeit: Sie hat den Frauen gegeben, was ihnen bis dahin zu Unrecht vorenthalten worden ist.“ (Marie Juchacz in der ersten Rede einer Frau im Reichstag)

So war es damals und so ist es heute – Benachteiligung von Frauen zu beenden, hat nichts mit „Privilegien für eine Minderheit“ zu tun. Denn weder ist gut die Hälfte der Bevölkerung eine Minderheit noch ist ein Ende der Benachteiligung ein Privileg. Es ist wie vor 100 Jahren: die volle Gleichberechtigung von Frauen ist eine Selbstverständlichkeit. 

„Wir Frauen sind uns sehr bewusst, dass in zivilrechtlicher wie auch in wirtschaftlicher Beziehung die Frauen noch lange nicht die Gleichberechtigten sind. Es wird hier angestrengtester und zielbewusster Arbeit bedürfen, um den Frauen im staatsrechtlichen und wirtschaftlichen Leben zu der Stellung zu verhelfen, die ihnen zukommt.“

So endete Marie Juchaz und leider passt der Passus auch heute noch. 

 

Jahresrückblick 2018

Aktionen, Auszeichnung, Ausstellungen, Reden halten  – irgendwas war immer [Team Claudia Stamm]

Ratschkartell mit André Hartmann
Benefizkonzert u.a. mit Ecco Meineke

 

Europa Tag Augsburg
Aktion gegen das Polizeiaufgabengesetz
Ausstellung von Christian Deutschmann im Wasserturm in Dachau
Telefonaktion Sternstunden 2018
Auszeichnung: „Franke mit Rückgrat“

 

Fachgespräche 2018

Asyl, Polizeiaufgabengesetz, Psychiatrie”Hilfe”Gesetz, Autismus, gendergerechte Sprache – unterschiedlicher konnte das Jahr bei meinen Fachgesprächen mit Expert*innen kaum sein!
Aber so habe ich meinen Job als Abgeordnete eben verstanden….

 

 


 

Mit den besten Wünschen für die Weihnachtszeit – in der Hoffnung auf ein besseres Jahr 2019

Liebe alle,

das Jahr 2018 war sehr einschneidend für mich – so sehr, dass mir nach wie vor oft Worte fehlen. Mein Leben hat sich grundlegend verändert. Meine Prioritäten liegen, müssen jetzt wo anders liegen: Ich muss mehr Verantwortung für meine wunderbare Familie übernehmen. Der Schicksalsschlag hat mein Leben viel mehr verändert als mein Ausscheiden aus dem Landtag.

Am 30. Oktober habe ich nach fast 10 Jahren Zugehörigkeit zum bayerischen Landtag meine Schlüssel und meine MdL-Karte bei der Verwaltung abgegeben. An dieser Stelle will ich mich bei den ganz wunderbaren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Landtagsamts von der Pforte bis zur Spitze des Hauses bedanken. Ich werde einige davon regelrecht vermissen.

Doch meine politische Arbeit ist mit dem Ausscheiden nicht beendet. Im Gegenteil: Die drei Großdemonstrationen von „NoPAG“„ausgehetzt“und „Jetzt gilt´s“ haben gezeigt, dass echte Oppositionspolitik in Bayern längst außerparlamentarisch stattfindet. Der mutige Wahlkampf hat mich überzeugt, dass der Schritt zu einer neuen, anderen Partei richtig war. Viele Menschen interessieren sich plötzlich für Politik und engagieren sich. Für die Rechte von MigrantInnen, für queere Belange, für Rechtsstaat und Demokratie. In den nächsten Jahren will ich mit mutigen Mitstreiter*innen dafür kämpfen, dass die Ideen und Konzepte für eine gerechte, soziale und ökologische Zukunft zu einer politischen Macht werden. Ich freue mich darauf, mit Ihnen und Euch für eine Welt einzutreten, die statt Smartphones und SUVs Mensch und Umwelt im Auge hat.

Der Kampf für eine bessere Welt ist sicher auch im Sinn meines verstorbenen Mannes, war er doch derjenige, der immer mit Leib und Magen die Klimakonferenzen mit seinem Blick festhielt. Gerade musste ich die erste COP ohne Live-Berichterstattung und seine tollen Fotos erleben.

@Hajü Staudt – passend zu Greta, dem Mädchen, das die diesjährige COP wach gerüttelt hat, lesen die JournalistInnen in Paris „DO.THERE IS NO TRY.“

Mein Leben ist von Beginn an von Politik und vom Einsatz für eine gerechtere Welt geprägt. Politik wird sicher auch mein künftiges Leben begleiten – wie und in welchem Umfang wird sich in den nächsten Monaten zeigen. Dieser Newsletter hat in den vergangenen Jahren vor allem über meine politische Arbeit im Landtag berichtet. In Zukunft möchte ich über meine außerparlamentarische Arbeit schreiben, über Themen und Menschen informieren, die Eure Aufmerksamkeit, Solidarität und Engagement brauchen. Ebenso wie mein Leben wird sich auch dieser Newsletter deshalb ändern. Vielleicht wird er etwas seltener, unregelmäßiger erscheinen, vielleicht aber auch etwas bunter werden und befreiter. Ich bin selbst gespannt.

Ich möchte mich an dieser Stelle für die Unterstützung bei meiner Arbeit bedanken, auch für Ideen und Entwurf des Newsletters: Ein großes Danke an meine MitarbeiterInnen, an KollegInnen, an die vielen, die sich mit Ihren Anliegen und Ideen an mich gewandt haben und an diejenigen, die mich bei meinen Anliegen unterstützt haben. Bei den vielen ReferentInnen meiner Fachgespräche im Landtag; vor allem ein Riesen-Danke an alle, die mir auch in schweren Tagen zur Seite standen. Dies hat mich des öfteren sehr, sehr gerührt.

Ich wünsche Ihnen und Euch ein wundervolles Weihnachtsfest und einen guten Rutsch in ein mutiges, neues Jahr 2019!

(Ganz ehrlich: Ich könnte ein besseres gebrauchen)

Ihre und Eure

Claudia Stamm

P.S. Über meine Aktivitäten und Termine können Sie sich gern über folgende Kanäle informieren bzw. mit mir in Kontakt treten: Meine Homepage | Über Facebook, mein privater Account

Leider habe ich die „Obergrenze“ für Freundschaftsanfragen bei Facebook erreicht und kann nur selten neue Anfragen annehmen. Daher gibt es noch diese Seite, sie wird hauptsächlich von meinem Team geführt (deswegen gibt es dort sogar gelegentlich mehr Informationen)

Per Twitter: Ich persönlich | Mein Team

Natürlich können Sie meine politische Arbeit auch auf den Seiten von mut verfolgen. Auf der Homepage verlinken wir alle Social Media Kanäle unserer Partei, gerne können Sie sich auch dort für den Newsletter anmelden: mut-bayern.de


 

„Miss Homophobia“

„Miss Homophobia“ – den Preis gibt es jetzt zum vierten Mal.
Das, was ich bei jeder Rede zum Thema Gleichstellung gesagt habe: Die “Ehe für alle” ist nichts weiter als eine Frage der Gerechtigkeit. Niemand muss betroffen sein, um sich dafür einzusetzen…dass eine führende Politikerin wie Annegret Kramp-Karrenbauer zu so absonderlichen Vergleichen greift, ist tatsächlich auch verwunderlich, aber auch daneben. Ihr „gebührt” der Preis zurecht: „Enough is Enough“: AKK IST „MISS HOMOPHOBIA 2018“

Internationaler Tag der Migrant*innen

Heute ist Internationaler Tag der Migrant*innen

Die Verabschiedung des Migrationspaktes der Vereinten Nationen letzte Woche – die Verabschiedung des Flüchtlingspaktes gestern – es scheint, als wäre alles was in Richtung Gerechtigkeit und Humanität geht irgendwas Verwerfliches. Schräg genug, beide Pakte sind eh nur “unverbindliche Menschenrechtsempfehlung” – aber in diesen schrillen Zeiten stellen so manche bereits Errungenes wieder in Frage.

Dies bedeutet aber auch, dass wir uns intensiver da gegen stellen müssen, um Errungenes nicht aufzugeben.

#MigrantsDay  #TagderMigranten

 

 

Der Tag der Menschenrechte

Der 10. Dezember, der Tag der Menschenrechte, ist dieses Jahr ein besonderer.

Es ist der 70. Jahrestag der Unterzeichnung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Doch von Jahr zu Jahr wird die Trauer oder Besorgnis größer, wenn der 10. Dezember sich nähert:
Die unverbindliche Erklärung von damals ist in den 70 Jahren nicht verbindlicher sondern unverbindlicher geworden.
Menschenrechte – Menschenwürde – statt für mehr Menschen zu gelten werden mehr ausgeschlossen.
Betrachtet man nur die Abschottung Europas, ja, man/ wir in Kauf nimmt/ nehmen, dass Menschen sterben, weil man nicht dafür sorgt, dass es genug RetterInnen auf See gibt. Es sogar fertig bringt, ehrenamtliche Seenotrettung zu kriminalisieren.
Menschenrechte – Menschenwürde werden hier zunehmend nur dem “deutschen Menschen” zugestanden. Aber auch da sind sie in Gefahr.
In Zeiten, in denen Polizeigesetze es ermöglichen, dass Menschen ohne Anwalt und ohne Straftat in Haft kommen können, sind auch die Menschenrechte des “deutschen Menschen” nicht wirklich verbindlich.

„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.“
Welcher Teil von “Alle Menschen” ist hier so schwer verständlich?!

Es war für die damalige Zeit ein sehr großer Schritt, den die Nationen da gingen.
Nachdem man die Welt seinerzeit gerade erst in Schutt und Asche gelegt hatte und grausamste Menschenrechtsverletzungen verübt worden waren, fiel es schwer zu glauben, dass Europäer*innen nach zwei Weltkriegen wirklich in Frieden miteinander würden leben können.

Müssen wir wirklich etwa wieder Mut haben, um uns für Menschenrechte stark zu machen?