4.August 2017

Pressemitteilung „Queere Asylbewerber brauchen besonderen Schutz und Beratung“

Foto: Hajü Staudt

Claudia Stamm fordert nach Überfall eigene Unterbringung für queere Geflüchtete und einen Beauftragten nach dem Vorbild der Koordinierungsstellen in Sachsen oder Sachsen-Anhalt.
„Ende Juli wurde ein schwuler Geflüchteter in München von Mitbewohnern seiner Unterkunft beschimpft und dann verprügelt. Kein Einzelfall, die Dunkelziffer bei Übergriffen gegen queere Geflüchtete ist nach Expertenschätzung hoch. Der EuGH hat eindeutig festgestellt, dass die sexuelle Diskriminierung ein Asylgrund ist. Viele Geflüchtete wurden in ihren Heimatländern verfolgt, misshandelt oder mit schweren Strafen bedroht – allein auf Grund ihrer sexuellen Orientierung.“ Unter dieser Diskriminierung dürfen sie in Bayern nicht weiter leiden.

Betroffene berichten immer wieder von Belästigungen, Beschimpfungen, Bedrohungen und gewaltsamen Übergriffen durch andere Geflüchtete oder das Sicherheits- und Betreuungspersonal. Getrennte Unterkünfte für queere Geflüchtete sind deshalb unerlässlich. Ein Beauftragter der Staatsregierung soll die Kommunen bei dem Aufbau geeigneter Unterkünfte unterstützen, möglicherweise anfallende Mehrkosten soll der Freistaat übernehmen.
„Man braucht hier nichts neu erfinden, Sachsen und andere Bundesländer machen es mit ihren landesweiten Koordinierungsstellen vor. „Queere Geflüchtete müssen geschützt untergebracht sein.“ Zudem müssen die Betreuung und Beratung für queere Geflüchtete auch gewährleistet sein, und kann nicht allein Sache der Kommunen bzw. des Ehrenamtes sein. Claudia Stamm bringt hierzu heute einen Antrag im Bayerischen Landtag ein: „Ich hoffe, dass eine positive Entscheidung möglichst schnell nach der Sommerpause fällt.“
Claudia Stamm setzt sich als Abgeordnete seit Jahren für die Belange queerer Menschen ein. Am Samstag wird sie auf dem CSD in Nürnberg ein Grußwort sprechen. Außerdem wird mut mit einem Infostand beim zweitgrößten CSD Bayerns vertreten sein.

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