14.Februar 2017

ONE BILLION RISING 2017 – Flashmob auf dem Marienplatz

One Billion Rising ist eine weltweite Kampagne, ein Tanz-Flashmob gegen Gewalt an Frauen. Sie begann 2012 als Teil der V-Day Bewegung. Die „Billion“ bedeutet 1 Milliarde und bezieht sich auf die UN Statistik, daß weltweit jede dritte Frau vergewaltigt oder geschlagen wird, das ist 1 Milliarde Frauen. Seit 2012 ist die One Billion Rising Kampagne die größte globale Massenaktion, die für die Beendigung von Gewalt an Frauen eintritt mit mehr als 10tausend Veranstaltungen in etwa 190 Ländern.ClaudiaStamm_OBR 2017_Rede

DIE GRÜNEN STEHEN AUF, DAMIT FRAUEN…

MÜNCHEN TANZT – WE ARE MOTHERS…

FRAUENSOLIDARITÄT AUF DEM MARIENPLATZ 2017

ONEBILLIONRISING.DE

OBR-MUENCHEN.DE

ONEBILLIONRISING.ORG

 

Mein Grußwort 

Liebe Frauen, liebe Mädchen, liebe alle!

Schön, dass wir heute – am 14.Februar wieder zusammengekommen sind – um kraftvoll gemeinsam aufzustehen! Um gemeinsam ein Zeichen zu setzen! Gegen Gewalt und Ausbeutung von Frauen und Mädchen. Gegen Anfeindung und permanente Schlechter-Stellung von Frauen. Und auch gegen den offenen Sexismus, der wieder normaler geworden ist – ganz offen: überall, in unseren politischen und gesellschaftlichen Diskurs.

(Wenn ein Mann, der sexuelle Übergriffe auf Frauen offen verherrlicht, sogar zum Präsidenten der Supermacht USA gewählt wird, dann läuft etwas grundschief in unserer Gesellschaft!)

Unsere Aufgabe ist es – gemeinsam – Männer und Frauen DAGEGEN aufzustehen. Nicht den Kopf in den Sand zu stecken!

Gemeinsam aufstehen – uns wehren: laut und gern auch mal kreativ!

Schauen wir auf die Frauenmärsche vor einigen Wochen in den USA, aber auch in vielen anderen Städten der Welt. Soviel Ärger, Wut, Fassungslosigkeit angesichts dessen, was bis vor kurzem nicht möglich schien, und jetzt wieder selbstverständlich geworden ist. Aber eben auch so viel Energie, Ideen, Kreativität, die in diesem Protest stecken! Und auch heute sehen wir das hier und in vielen anderen Ländern –  weltweit!

Ein friedlicher, dennoch gewaltiger, lauter, bunter, fröhlicher Protest gegen etwas, was selbstverständlich sein sollte: Der Respekt vor Frauen.

Der Grundsatz der Unantastbarkeit der Würde des Menschen. Das Recht auf Freiheit und Unversehrtheit. Also das Fundament unserer Werteordnung und unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens.

Gerade in diesen Zeiten ist unser Protest wichtig.

Wir sehen Millionen von Frauen und Kindern auf der Flucht.  Sie müssen Schreckliches erleben, fliehen vor Gewalt und Krieg in ihren Ländern. Da kann es doch kein anderes mögliches Handeln geben, als diesen Frauen und Kindern hier bei uns – aber auch in ihren Ländern – zu helfen! Und zwar unbürokratisch und einfach menschlich. Stattdessen kommt es auch hier in unserem Land zu Übergriffen auf Frauen und Mädchen in Unterkünften für Geflüchtete, stattdessen schieben auch deutsche Landesregierungen wieder Menschen nach Afghanistan ab – ein Land, in dem Krieg herrscht. Das kann und das darf nicht sein!

Und es kann auch nicht sein, dass in unserem Land kein Geld da ist für ausreichend Plätze in Frauenhäusern. Bayern ist das reichste Land in Deutschland, und gleichzeitig gibt es im Verhältnis am wenigsten Geld für Frauenhäuser aus. In Bayern wird JEDE ZWEITE Frau wieder weggeschickt – wenn sie versucht aus ihrem Elend, aus der häuslichen Gewalt zu entkommen, und nichts weiter als Schutz zu finden. Was für ein Armutszeugnis! Jede zweite Frau! – das ist das Ergebnis eienr Studie der Staatsregierung!!

Jede zweite! Bayern brüstet sich gern damit, dass wir die besten sind! Bayern, diese CSU-Staatsregierung brüstet sich damit, dass die Wirtschaft so gut läuft, und mit seinem Wohlstand, die Steuern sprudeln nur so. Aber für Frauen, die von Gewalt betroffen sind, soll es nicht reichen? Das dürfen wir nicht akzeptieren! Dagegen müssen wir aufstehen – gemeinsam!

Der Schutz von Frauen darf keine Frage des Geldes sein. Es muss eine sichere Unterbringung speziell für geflüchteten Frauen und ihre Kinder geben

Nein heißt einfach und wirklich Nein und Frauen müssen gleichwertig behandelt und bezahlt werden. (ganz nebenbei: In Bayern – diesem reichen Land – ist der unterschiedliche Verdienst von Frauen und Männern, der sogenannte gender pay gap, am größten!)

Ich wünsche euch und uns einen tollen Tag heute, lasst uns gemeinsam tanzen, und dass unser Kampf für Frauenrechte so bunt, und fröhlich – weit über den Valentinstag hinaus zu hören und zu spüren ist. Lasst uns gemeinsam die Ketten sprengen! Vielen Dank.

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