20.Mai 2016

Pressemitteilung: Genitalverstümmelung auch in Bayern?

Claudia Stamm verlangt Klarheit über menschenverachtende Praktiken

Zum Tabuthema Intersexualität und der jahrelangen Praxis von erzwungenen Geschlechtszuordnungen, erklärt die gleichstellungspolitische Sprecherin der Landtags-Grünen, Claudia Stamm:

„Seit mehr als drei Jahren hat die Bundesregierung keine abschließende Meinung zum Thema Intersexualität – trotz klarer Vorschläge des Ethikrates – und auch die CSU-Regierung weicht aus, wenn es um Fragen jenseits von Mann und Frau geht. Es wird Zeit, dass Menschen so wie sie sind, anerkannte werden. Das gilt noch mehr für die, die besonders schutzbedürftig sind, für Neugeborene. Wir wissen, dass es auch bei uns üblich war, intersexuelle Menschen in den ersten Lebensmonaten zu einem Geschlecht zu zwingen, ob operativ oder mit Hormonen, das ist eine Menschenrechtsverletzung.“

In einer Expertenrunde der Landtags-Grünen zum Thema Intersexualität wurde deutlich, dass das noch immer ein Tabuthema ist und die Betroffenen unter extremen psychischen und physischen Folgen der zwangsweisen Zuordnung eines Geschlechts leiden, auch in Bayern. Wie viele das sind, wo diese operativen und hormonellen Eingriffe stattfanden oder noch immer stattfinden, will die gleichstellungspolitische Sprecherin der Landtags-Grünen, Claudia Stamm, wissen, nachdem eine erste Anfrage ungenügende Antworten erbrachte.

„Ob diese Praktiken, die einen Verstoß gegen die Menschenrechte darstellen, noch immer üblich sind, müssen wir hinterfragen, damit alle Menschen endlich zu ihren Selbstbestimmungsrecht kommen“, begründet Claudia Stamm ihre Anfrage.

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