15.Februar 2015

Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge brauchen unser besonderes Augenmerk

Nach wie vor im Argen liegt die Unterbringung und Betreuung von Flüchtlingen in Bayern. Besonders prekär ist dabei die Situation unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge. Kinder und Jugendliche brauchen nach ihrer Flucht nach Deutschland bessere Chancen und Bedingungen als bisher – das gilt nicht nur für ihre Unterbringung und Ausbildung sondern vor allem auch für ihren Aufenthaltsstatus. Gemeinsam mit meiner Kollegin Christine Kamm, der flüchtlingspolitischen Sprecherin der Landtags-Grünen, machen wir immer wieder Termine, um zu sehen, was gut läuft und was noch im Argen liegt – wie zum Beispiel Ende Januar in der Staatlichen Berufsschule in Bad Tölz. Es ist wirklich beeindruckend, wie die Tölzer Berufsschule junge Asylbewerberinnen und Asylbewerber in den Unterricht einbindet. Insgesamt fehlt es jedoch an Platz und Lehrkräften – da ist die Warteliste sehr lang: 69 AsylbewerberInnen im Alter zwischen 18 und 25 Jahren warten auf die Chance, ihre Ausbildung zu starten.

Auf die Dinglichkeit der Flüchtlingsproblematik hatte ich bereits im Hauptausschuss des Bayerischen Jugendrings im Oktober 2014 hingewiesen – hier ein Auszug aus dem Protokoll: „Claudia Stamm, Jugendpolitische Sprecherin B90/Die Grünen, betont, dass Flüchtlinge kein Tsunami seien, sie seien vielmehr Menschen, die Schlimmes erlebt hätten und deshalb Schutz und Hilfe bräuchten. Die Flüchtlingssituation sei zwar ein Problem für die Kommunen, aber nichts, was neu sei. Es sei seit langem klar gewesen, dass dieses Problem kommen würde. Claudia wendet sich gegen Sammelunterkünfte und gegen schlechte Bedingungen, um Flüchtlinge abzuschrecken. Ihrer Meinung nach überwiege das Engagement, die Menschen wollen helfen. Sie ruft dazu auf, keine Angst zu haben, dass die Stimmung kippe, warnt aber vor falschen Bildern und rechtspopulistischen Ecken.“

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