4.Mai.2014

Das „Grundschulabitur“ ist Schulpolitik von gestern

Erziehungsberechtigte sollen nach Beratung die Entscheidung über Schullaufbahn ihrer Kinder treffen können

München (1.5.2014/hla). Gestresste Schülerinnen und Schüler, überforderte Eltern, genervte Lehrkräfte: Wenn an diesem Freitag rund 150.000 Übertrittszeugnisse an bayerische Viertklässler ausgegeben werden, liegt hinter allen Beteiligten eine aufreibende Zeit. Die Landtags-Grünen wollen aus dem selektiven Verfahren am Ende der Grundschullaufbahn den Druck herausnehmen. „Statt der Fixierung auf Noten sollten die Talente der Kinder und das für das Kind beste pädagogische Angebot in den weiter führenden Schulformen den Ausschlag über die künftige Laufbahn geben“, fordert der bildungspolitische Sprecher Thomas Gehring. „Letztlich müssen die Eltern nach eingehender Beratung durch die Lehrkräfte diese Entscheidung frei treffen können.“

Ziel des in einem Dringlichkeitsantrag formulierten Grünen-Vorstoßes ist es, die Erziehungspartnerschaft von Schule und Elternhaus bei der Entscheidung über einen wichtigen Lebensabschnitt ihrer Kinder zu stärken. „Wenn das Grundschulabitur mit seiner Fixierung auf den Notenschnitt abgeschafft ist, steht die Entwicklung der Kinder wieder im Vordergrund“, unterstreicht Thomas Gehring. Eltern und Schule werden dann über diese sprechen und herausfinden, welcher weitere Schulweg für das Kind am besten ist. Thomas Gehring: „Das Grundschulabitur ist zentralistische Schulpolitik von gestern. Viertklässler brauchen individuelle Förderung statt Auslese – und das am besten schon ab dem nächsten Schuljahr.“