7.Februar 2013

Neujahresempfang der Rosenheimer Grünen

Nach der Begrüßung der zahlreichen Gäste und der Grünen Kandidatinnen und Kandidaten Ulla Zeitlmann (für die Bundestagswahl),  Claudia Stamm und Peter Rutz (für die Landtagswahl) und Andrea Rosner und Hartl Hinterholzer (für die Bezirkstagswahl) durch die Vorstandsvorsitzende des Kreisverbands und Rosenheimer Stadträtin, Anna Rutz, freute sich die zweite Bürgermeisterin von Bad Aibling, Heidi Benda, eine mehrfache Premiere feiern zu dürfen: Den ersten Neujahrsempfang der Rosenheimer Grünen, die erste grüne Großveranstaltung im Kurhaus Bad Aibling und, so Heidi Benda, als zweite Bürgermeisterin vor den eigenen Leuten eine offizielle Begrüßung sprechen zu können.

(Anselm Bilgri und Claudia Stamm)

Im Anschluss sprach der frühere Leiter des Klosters Andechs, Abt Anselm Bilgri, über die Rolle der grünen Werte in der heutigen Gesellschaft. Nach einer Bestimmung des Begriffs des Wertes, referierte Anselm Bilgri zunächst über den Wertewandel, der, so Bilgri, seit es Menschen gibt, stattfinde. Im Unterschied zu früheren Zeiten, Bilgri verwies in diesem Zusammenhang bis auf Sokrates, gehe heute aber alles viel schneller. Die Entwicklungen im Bereich der Informationsgesellschaft galoppierten, es gebe heute eine globale Wirtschaftssituation und eine wachsende Mobilität der Weltbevölkerung, wobei die einzelnen Staaten an Einfluss verlieren würden. Bei seinem „Rundumschlag“, machte Bilgri auch deutlich, dass heute der Erlebnischarakter eines Produktes im Mittelpunkt stehe und damit ein Wechsel von einer Außen- hin zu einer Innenorientierung stattgefunden habe. Auch machte er unter Bezugnahme zur Freiheit deutlich, dass die Wahlexistenz des heutigen Menschen zu einer Qualexistenz geworden sei. Deswegen sind laut Bilgri heute andere Werte wichtig geworden, es habe eine parallele Entwicklung der Werte im Bereich der Ökologie und der Friedens-, Anti-Atomkraft- und der Protestbewegung stattgefunden – dabei handle es sich aber gerade um die vier Säulen der Grünen. Gehörten laut Bilgri bis zur Industrialisierung die Ökologie und die Ökonomie untrennbar zusammen, so habe sich seit 160 Jahren eine Auseinanderentwicklung von Ökologie und Ökonomie vollzogen, wobei die Ökonomie die Ökologie als Korrektiv benötige. Im Zusammenhang mit der Friedensbewegung verdeutlichte Bilgri, dass Frieden weit mehr sei, als die Abwesenheit von Krieg, dass es sich um eine Grundhaltung handle und man vorbehaltlos für den Frieden eintreten müsse. Durch die Anti-Atomkraftbewegung habe schließlich auch ein Umdenken in der Bevölkerung in Bezug auf die Nutzung der Atomkraft stattgefunden und die Protestbewegung sei wichtig, um Verkrustungen, zu denen Institutionen und Organisationen grundsätzlich neigen, vorzubeugen.

Bilgri mahnte die Anwesenden, sich diese heute wichtigen Grünen Werte immer wieder zu verdeutlichen und diese Haltungen grundsätzlich zu wahren. Zusätzlich erinnerte er an die Worte, die Josef Ratzinger 1980 zu ihm bei seiner Priesterweihe gesprochen habe, nämlich heitere Gelassenheit zu bewahren und forderte dazu auf, auch in der Politik mit Leidenschaft aber auch mit Humor heiter gelassen zu sein und auch Andere sein-zu-lassen.

Für die ansprechende musikalische Untermalung sorgten Susi Weiss und Tobi Heinz.

Abschließend hatten die Gäste noch ausreichend Zeit, sich mit den Kandidatinnen und Kandidaten für die anstehenden Wahlen zu unterhalten und diese näher kennenzulernen.

(v.l.: Leonhard Hinterholzer, Sprecher KV Rosenheim, Anselm Bilgri, Claudia Stamm, MdL, Ulla Zeitelmann, Direktkandidatin für den Bundestag in Rosenheim, Peter Rutz, Kandidat für den Landtag in Rosenheim-West)

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