21.Dezember 2012

Asyl in Bad Endorf

Jemand Herberge geben sollte in diesen Tagen selbstverständlich sein – was macht die Bayerische Staatsregierung – das Gegenteil mit ihrer Asylpolitik. In ihren Richtlinien heißt es, man wolle die Menschen zur Rückkehr bewegen. Das heißt die Bedingungen hier so schlecht wie möglich zu gestalten – nicht vereinbar mit dem angeblich christlichen Werten dieser Mehrheitspartei in Bayern! Und vor allem verkennt die Staatsregierung damit, wie es den Menschen dort geht, wo sie her kommen: Krieg, Folter, Dürre. Oft gibt es Widerstand, wenn eine neue Gemeinschaftsunterkunft in einem Ort entstehen soll – kein Wunder: Weil: wir wollen keine Gemeinschaftsunterkünfte. Wir wollen, dass die Menschen dezentral in Wohnungen untergebracht werden, dann ist der Asylbewerbung nicht mehr DER ANDERE, sondern eben der Nachbar, es entstehen Bindungen und Freundschaften. In Bad Endorf war Claudia Stamm eingeladen, um darüber zu sprechen, wie eine Grüne Asylpolitik aussehen würde.

Auch wenn konservative Politiker das Thema gerne nutzen um vor Wahlen Ängste zu schüren, ein sachlicher Blick zeigt, dass gerade mal 260 AsylbewerberInnen derzeit im Landkreis untergebracht sind.

O-Ton Claudia Stamm

Etwa 20 Asylbewerber aus Syrien, Afghanistan und dem Balkan sind derzeit in einem Wirtshaus in Hartmannsberg am Langbürgner See untergebracht. Nachdem das Landratsamt für deren Unterhalt verantwortlich ist, wisse selbst die Gemeinde wenig über die genaue Anzahl, die Herkunft und den Stand der einzelnen Asylverfahren, wie Bürgermeisterin Gudrun Unverdorben versicherte.
Ein teures Unterfangen für den Kreis, da sich die Wirte , die Betten in ihren oft heruntergewirtschafteten Häusern zu absurden Preisen bezahlen ließen. Günstiger und eher im Sinne der Flüchtlinge, gab Claudia Stamm zu bedenken, sei es Flüchtlinge tatsächlich in kleinen Wohneinheiten inmitten der Gemeinde unterzubringen. Auch für die Integration einmal erfolgreicher Asylbewerber, hab sich dies bewährt.

O-Ton Claudia Stamm

Else Huber, die als Grüne im Rosenheimer Initiativkreis Asyl mitarbeitet, kennt die Nöte der Asylbewerber im Raum Rosenheim aus eigener Erfahrung. Oft fehle es an den einfachsten Dingen, wie Kleider, geeignetes Essen oder Beratung für das Ausfüllen der Formulare oder für den Umgang mit den Behörden.
Erfreulich auch, dass sich im Anschluss an die Veranstaltung eine Gruppe von fünf Endorfern und Endorferinnen fand, die den Hartmannsberger Asylbewerbern helfen wollen. „Das ist doch mal ein wirklich konstruktives Ergebnis einer Veranstaltung, findet Claudia Stamm“

Danke an Martin Both für Bericht und O-Töne.

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